Die Technik von "Avatar – Aufbuch nach Pandora"

Der US-Blockbuster von James Cameron unter der Technik-Lupe

27.12.2009 Andreas Schnell

"Avatar - Aufbruch nach Pandora" ist nicht nur in Sachen Budget ein Meisterwerk des Kult-Regisseurs James Cameron. Auch bei der Technik ist der Blockbuster vorne dabei.

„Avatar – Aufbruch nach Pandora“ startete am 17. Und 18. Dezember 2009 weltweit in den Kinos. Die Zuschauer erwartet ein technisches Spektakel, das sich wahrlich sehen lassen kann. Mit einem Budget, das sich über der 300 Millionen US-Dollar-Grenze bewegt, war zwar von vornherein klar, dass es sich um ein Spezialeffekt-Ereignis der Superlative handeln wird, aber die Bilder des Films haben selbst hartgesottene Kinogänger mit offener Kinnlade auf den Sitzen verharren lassen.

Avatar in 2D oder 3D

„Avatar – Aufbruch nach Pandora“ kann man, so wie viele Filme heutzutage, in herkömmlicher 2D- aber auch in 3D-Manier genießen. Bei der 3D-Version kommt die bewährte Real-D-Technik zum Tragen, bei der es sich um ein digitales 3D-Projektionsverfahren handelt. Anders als bei älteren Verfahren nutzt Real-D schon vorhandenen Mikrospiegelaktoren, auch DLP-Projektoren genannt, ergänzt diese aber durch einen Projektor-Vorsatz. Ebenfalls kommen spezielle Zuschauerbrillen zum Einsatz, ohne die das Bild verschwommen wirken würde, und eine besonders beschichte Leinwand. Das ganze System basiert auf einem elektrooptischen Modulator, genannt ZScreen, der von dem amerikanischen Erfinder Lenny Lipton entwickelt worden ist. Bei Real-D handelt es sich um die effektivste Technik im cinematischen 3D-Bereich, durch die speziellen Anforderungen ist allerdings nicht jedes Kino entsprechend ausgestattet.

„Avatar – Aufbruch nach Pandora“: Verzögerungen durch das Motion-Capture Verfahren

Ein Grund, warum „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ erst verzögert in die Kinos gekommen ist, war die technische Entwicklung, welche noch während der Produktion des Films enorme Weiterentwicklungen erfahren hat. Dadurch dass der Film durch eine Vielzahl von computeranimierten und fotorealistischen Kreaturen besticht, waren die eingesetzten Spezialeffekte ein absoluter notwendiger Baustein in der Realisierung des Films. Durch eine spezielle Technik der Bewegungserfassung, dem sogenannten Motion-Capture-Verfahren, war es James Cameron nicht nur möglich Bewegungen realistisch erscheinen zu lassen, sondern durch eine weitere Neuerung, dem performance-capture-stage, konnte der Regisseur 95 Prozent des Schauspiels auf die digitalen Charaktere übertragen. Ein Großteil der Motion-Capture-Aufnahmen für den Film „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ entstanden auf einer Bühne in Playa Vista, im US-Bundesstaat Kalifornien. Die dazu eingesetzte Mocap-Technologie wurde von der Firma Giant Studios geliefert.

Herr der Ringe“-Technik bei „Avatar – Aufbruch nach Pandora“

Unter der Leitung von Joe Letteri, der sich schon für Filme wie „X-Men: Der letzte Widerstand“, „King Kong“ oder „I, Robot“ verantwortlich gezeigt hat, übernahm die Firma Weta Digital die Spezialeffekte von „Avatar – Aufbruch nach Pandora“. Weta wurde 1993 in Neuseeland von „Herr der Ringe“-Regisseur Peter Jackson und zwei seiner Freunde, Richard Taylor und Jamie Selkirk, gegründet und konnte sich nach dem „Herr der Ringe“-Epos global als einer der Big-Player im SFX Genre durchsetzen. Neben Weta, die einen Großteil der Spezialeffekte lieferten, waren aber noch neun weitere Firme beteiligt, darunter Industrial Light & Magic (ILM), die schon an den neuen „Star Wars“-Epsioden mitgearbeitet hatten, Framestore aus Reykjavík und Hybride aus Piedmont.

Der Artikel Die Technik von "Avatar – Aufbuch nach Pandora" in Science Fiction & Fantasy-Filme unterliegt dem Urheberrecht. Jegliche Verwendung dieses Textes, auch auszugsweise, erfordert die vorherige schriftliche Erlaubnis des Autors. Autor des Artikels Die Technik von "Avatar – Aufbuch nach Pandora" ist Andreas Schnell.
Avatar Filmsequenz, FOX Avatar Filmsequenz
Avatar Filmsequenz, FOX Avatar Filmsequenz